„Wir durchstreifen zeichnend die Stadt. Je nach Wetterlage und Temperatur entweder draußen oder drinnen. Architektur, urbanes Leben, Biergärten, Platanen und ein Fluss. Wöchentlich wechselnde Orte und Räume in Saarbrücken. Dazu reicht ein Skizzenbuch oder ein Zeichenblock (mindestens A4, noch besser A3) und ein Bleistift. Oder auch Buntstifte und farbige Kreiden. Bei schönem Wetter und aufwachender Flora im Frühling am liebsten Aquarell. Schnelle Skizze oder ausgearbeitete Studie – das entscheiden Motiv und Stimmung.
Wir versuchen uns auf komplexe Situationen einzulassen, neugierig zu sein und offen, um scheinbar Bekanntes wieder einer genauen und Beobachtung zu unterziehen und so über die Zeichnung hinter das Wesen der Dinge zu blicken. Funktioniert auch ohne WLAN.“
Max. Teilnehmerzahl: 12
Zeit: mittwochs, 18:00–20:00 Uhr
Ort: Der erste Treffpunkt wird ein paar Tage vor dem ersten Termin per Mail an alle Teilnehmer angekündigt.
Während der Kaffeepause in der Gemeinschaftsküche des Atelierhauses entwarf ich dieses Modell eines Objektes zur Gestaltung einer Verkehrsinsel im Großraum Saarbrücken.
Ohne Titel („Lichtung“), 2016
(Gemalt nach einem Aquarell von 1986)
Acryl auf Leinwand, 140 x 100 cm
Privatbesitz
Eine Frau liegt im Wachkoma. Unheilbar krank, die Augen offen. Das Zuhause eine Intensivstation. Das Bett umringt von Apparaten & Maschinen. Vierundzwanzig Stunden Rundum-Betreuung.
Die Tochter der Frau fragt mich, ob ich nicht ein Bild für ihre Mutter malen möchte. Vielleicht sogar eine Deckenmalerei. Die Mutter wird gedreht, auf den Rücken, von einer Seite auf die andere – vielleicht doch lieber eine Arbeit auf Leinwand? So kann das Bild immer in Blickrichtung umgehängt werden.
Wir wissen nicht, was Menschen im Wachkoma noch wahrnehmen; ob sie überhaupt etwas wahrnehmen. Das Bild soll eine Geste sein. Ein letzter Gruß vor dem endgültigen Abschied.
Ich zögere, aber wir verabreden uns. Einigen uns auf ein Landschaftsaquarell, das ich 1986 während meiner Spaziergänge bei Bayrisch Zell in Sulzbach gemalt habe. Es ist ein Motiv der Heimat der Familie. Dieses Aquarell übertrage ich also dreißig Jahre später auf Leinwand.
Natürlich kann ich das Bild nicht eins zu eins übertragen, natürlich passiert da während der Malerei etwas anderes als vor 30 Jahren. Ich versuche, während des Malens an eine Bildsprache anzuknüpfen, die ich vor 30 Jahren ja noch nicht einmal gefunden hatte.
Mit dem Preis verbunden ist die Verpflichtung zu einer Einzelausstellung in der Aula der Stadt Sulzbach. Ein schöner Raum, leider ein wenig verunstaltet durch einige provisorische Pressspahnwände & einem sog. „professionellen“ Bilderschienen-Hängesystem, das ausgerechnet die hohen, schönen Wände in der Mitte teilt. Außerdem stand die ganze Geschichte unter einem etwas ungünstigen Stern.
Die Ausstellung ist gut geworden. Meint Line. Sie ist sogar besser geworden, als ich zunächst befürchtete.
Herr A. ist übrigens während der Vernissage nicht erschienen. Zu meiner großen Freude! Was die Eröffnung für mich ertäglicher gestaltete. Für die Begrüßung schickte er eine Vertreterin.
„So lange nichts Schlimmeres kommt“
Eröffnung:
Sonntag, 28. Februar 2016, 17:00 Uhr
Laudatio: Dagmar Günther
Die Ausstellung dauert bis zum 20. März.
Öffnungzeiten:
Mittwoch, Donnerstag, Freitag von 16:00 – 18:00 Uhr
Sonntag von 14:00 – 20:00 Uhr
Kommt alle, die Ihr mühselig & beladen seid. Ich will Euch erquicken!
Ohne Titel, 2016
Acryl auf vorgefundenem vorgegebenem Objekt
ca. 100 x 140 cm
Privatbesitz
Auf Einladung von G. verbrachte ich ein paar Tage auf Mallorca. G. besitzt dort ein Haus, wo ich in Ermangelung einer Leinwand unter anderem für eines der Schlafzimmer die Rückseite eines „Fächers“ veredelte (G. erzählte mir nicht, woher der Fächer stammt. Auf mich machte er den Eindruck eines billigen Souvenirs aus Fernost).
Ansonsten ging ich spazieren, half beim Installieren von Waschbecken & Duschkabinen oder zeichnete. Was man halt so macht, rund um ein Haus auf Mallorca.
Ich hatte einen Termin im Ausstellungsraum der Stadt. Mit eine Vertreterin der Stadt & der Laudatorin. Beim Betreten des Raumes fielen mir sofort die Bilderhängeschienen ins Auge, die die hohen Wände im oberen Drittel zerteilten. Stolz vieler Ausstellungsmacher, Tod aller Ausstellungen. Und einige recht billig aussehende Pressspahnwände, die auf mich den Eindruck von temporärer Improvisation & Verlegenheit machten. Nach kurzer Zeit war klar, dass ich in der Ausstellung die unter anderem geplante Installation mit Aludibondplatten nicht zeigen konnte.
„Hier wird nicht genagelt.“
Nun gut. Dann eben konventionell. Augsburger Puppenkiste. Eine Ausstellung, gefühlt im Stile der Fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Ich konnte die Vertreterin der Stadt nicht von meinem Konzept überzeugen.
Auf meine Frage, ob denn die Ausstellung versichert sei, antwortete die Vertreterin der Stadt: „Selbstverständlich!“
Kurzes Schweigen. Die Antwort, sinngemäß in etwa so: „Äh, nein, das hat bisher noch kein Künstler gefragt.“
„Dann kann ich hier leider keine Originale hängen. Ich könnte aber zwanzig Farbkopien von Arbeiten in A4 mitbringen anstelle der Original-Bilder.“
Natürlich hübsch gerahmt & selbstverständlich mit den tollen Schnüren an die tollen Schienen gehängt. Dachte ich.
Es folgte ein längeres Gespräch mit dem Ergebnis, dass man sich erst kundig machen müsste & mir in spätestens zwei Tagen das Ergebnis der Erkundungen mitteilen werde.
Nach zwei Tagen erhielt ich eine Mail: „Die Bilder sind nun von Nagel zu Nagel versichert.“
Aktzeichnungen gibt es wie immer im Seminarraum 2 zu sehen.
Ausstellung: 29. Januar bis 1. Februar
Eröffnung: Freitag, 29. Januar 2016, 18 Uhr, Foyer der HBKsaar
Samstag, 30. Januar, 12 Uhr bis ca. 14 Uhr: Situative Ausschweifung, Handwerkergasse Völklingen
Samstag, 30. Januar, ab 16 Uhr: außer Haus, Hellwighaus der Künste Mainzerstraße 119 und Uhlandstraße 24
Sonntag, 31. Januar, 15 Uhr: Öffentliche Führung der Vereinigung der Förderer der HBKsaar mit Hochschulrektorin Prof. Gabriele Langendorf, Treffpunkt im Foyer der HBKsaar
Öffnungszeiten:
Campus Saarbrücken, Keplerstraße 3–5, 66117 Saarbrücken: Sa u. So 10–19 Uhr, Mo 9–15 Uhr
Handwerkergasse Völklingen, Rathausstraße 52, 66333 Völklingen: Sa 14–19 Uhr, So 10–19 Uhr, Mo 9–15 Uhr
Uhlandstraße 24, 66121 Saarbrücken: Sa 16–19 Uhr, So 10–19 Uhr, Mo 9–15 Uhr
Hellwighaus der Künste, Mainzerstraße 119, 66121 Saarbrücken: Sa 16–21 Uhr, So 10–19 Uhr, Mo 9–15 Uhr
Peter und Luise Hager-Preis 2016 – Netz
Galerie der HBKsaar
Eröffnung: Freitag, 29. Januar 2016, 19 Uhr, Galerie der HBKsaar
Laufzeit der Ausstellung: 30. Januar bis 27. Februar 2016
Öffnungszeiten: Di–Fr 17–20 Uhr, während des Rundgangs Sa/So 10–19 Uhr, Mo 9–15 Uhr, zusätzliche Termine nach Vereinbarung
Kommt alle, die Ihr mühselig & beladen seid. Ich will Euch erquicken!
Lautlos & still verharren sie schwebend an einer Stelle.
Wenn ich das Licht im Atelier aus mache, verschwinden sie von einer auf die andere Sekunde. Ein Sprung in den Hyperraum? Ich habe keine Erklärung für das Verhalten.
Mein Schatten im Straßenbelag vor dem PRIMARK in Saarbrücken. Ich stelle mir Scharen von Menschen vor, denen vor dem Betreten des Ladens ein Kaugummi aus dem debil geöffneten Mund auf den Boden fällt. Jeder Kaugummi ein Selbstporträt.
Während der Mittagspause in der Gemeinschaftsküche des Atelierhauses entstand dieses Modell einer Skulptur zur Gestaltung einer Verkehrsinsel irgendwo im Großraum Saarbrücken.
Je Ohne Titel, 2016
Bleistift, Skizzenbuch, ca. 21 x 26 cm
Am letzten Abend des Kurses trafen wir uns in der Kneipe. Natürlich zum Zeichnen, aber auch zum Trinken & Essen. Menschen & Räume. Ich glaube, es war ein guter Abend (so wie alle Abende während des ganzen Kurses dieses Semester); sehr konzentriert, was das Zeichnen betrifft.
Ohne Titel, 2016
Bleistift, Monotypie, Öl auf Papier, 44 x 63 cm
Die erste Arbeit im neuen Jahr. Irgendwie bin ich gerade nicht mehr glücklich mit meinen Bildern; sie erfüllen mich nicht mehr; sie werfen keine neuen Fragen mehr auf.
Zu routiniert.
Würde ich jetzt so weitermalen bis ans Ende aller Tage, würde irgendjemand irgendwann vielleicht sagen, dass ich konsequent & unbeirrt meinen Weg gegangen bin.
Es wird Zeit, dass ich dieses Terrain verlasse & neue Bilder suche. Oder wieder an Liegengebliebenes aus der Vergangenheit anknüpfe.
Aber vorher muss ich noch eine Ausstellung vorbereiten.
Obiges Beispiel wäre natürlich auch eine Idee, mit Raum umzugehen – wenn auch eine blödsinnige. Zumindest im Kontext der Mülltrennung. Mehr als ärgerlich.
„Ich arbeite mit dem Raum“ war eine häufige Antwort auf die Frage: „Was machst Du so, künstlerisch?“ von Studierenden, die alles andere, nur nicht Malerei studierten.
Damals, während meines Studiums, an der HBK.
Außerdem sollte man nach Möglichkeit authentisch arbeiten & authentisch sein.
Ohne Titel, 2014
Bleistift, Monotypie, Öl auf Papier, 42 x 29,7 cm
Die Galerie Szalc widmet dem Künstler Armin Rohr vom 21.11. bis zum 21.12.2015 eine Einzelausstellung in der Galerie in Bonn und im Denkraum Siegburg. Unter dem Titel: „In sanfteren Gefilden“ werden Arbeiten des Malers und Zeichners aus den letzten zwei Jahren gezeigt.
Die jüngsten Werke von Armin Rohr zeichnen sich vor allem durch eine Verknüpfung von komplexen Wandinstallationen, bestehend aus Wandmalereien, Bildern und Zeichnungen, und autonomen Ölgemälden, Zeichnungen und Monotypien aus. In der Doppel-Ausstellung werden hauptsächlich Werke in Mischtechnik auf traditionellen Medien wie Papier oder Leinwand sowie einige wenige Werke auf Aluminium gezeigt.
In den einzelnen Arbeiten wechseln sich runde, organische Formen mit graphischen Strukturen ab. Auf zumeist weißem Hintergrund erzeugt das Zusammenspiel von amorphen, abstrakten Körpern, Flächen, Punkten und Linien die Illusion von Räumlichkeit. Sie bilden einen eigenen Wirkungsraum von Figuren und Strukturen. In den meist sehr farbintensiven Arrangements kombiniert Armin Rohr organisch wuchernde Formen, Überbleibsel und Chiffren von Figürlichkeit und abstrakte Farbflächen zu einem assoziationsreichen, aber fremdartigen Kosmos, zwischen Ekstase und Untergang.
Die offenen Kompositionen lenken den Blick des Betrachters über die Bildfläche hinaus. Die lebendig wirkenden, kreisenden Formen und zeichnerischen Elemente befinden sich in stetiger Bewegung und scheinen die Bildfläche, beziehungsweise den Raum, zu verlassen. Die Bewegung ist einer der wichtigsten Aspekte in Rohrs Arbeiten. Die Unruhe der Werke wird von einer gewissen Spannung begleitet, die entweder den Eindruck von Dynamik vermittelt, oder Kälte und Starre suggeriert.
Die Komplexität des Werkes von Armin Rohr äußert sich nicht nur in der Fülle der Techniken, sondern auch im differenzierten und vielseitigen Spektrum der Formen, der kompositorischen Findigkeit und der frischen, unkonventionellen Art und Weise mit Farbe, Form und Raum umzugehen.
Zur Vernissage mit Künstlergespräch am 20.11.2015 um 19.30 Uhr im Denkraum Siegburg laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Ausstellungsdauer:
21. November – 21. Dezember 2015: Galerie Szalc, Bonn
21. November – 01. Dezember 2015: Denkraum Siegburg