Banksy hat es wieder allen gezeigt. Eigentlich finde ich den Gag gelungen. Noch gelungener finde ich allerdings die Reaktion der Käuferin & das ist dann vielleicht doch das Gegenteil von dem, was Herr Banksy erreichen wollte:
Documenta-Chef Buergel, barfuß in einer großen Pfütze vor Template , sah den Einsturz als „nur konsequent“. „Die Trümmer lassen jetzt jede Menge Assoziationen zu. Und genau das will Kunst ja: anregen.“ Für Köhler habe keine Gefahr bestanden. „Für den Einsturz war ein solches Unwetter nötig, bei dem selbst der mutigste Bundespräsident das Weite gesucht hätte.“ Für den nächsten Tag hatte sich ein Käufer für Template angekündigt. Ai Weiwei zeigte sich direkt nach dem Einsturz dennoch optimistisch:
Damals, nach dem Lesen dieses Artikels, begann ich an Herrn Ai WeiWei & seiner „Kunst“ zu zweifeln. Nicht aber an seinen Fähigkeiten, aus Scheiße Geld zu machen!
Das gibt es nur in der Kunst. Beziehungsweise auf dem Kunstmarkt. Auf dem Kunstmarkt, der sich von der Kunst entkoppelt hat. Artefakte sind nichts weiter als Devotionalen & Trophäen für eine völlig degenerierte Schicht von superreichen Schwachmaten, die für völlig überteuerte Wracks & Ruinen bereit sind, jeden Preis zu zahlen, um ein eigenes Stück vermeintliche Kunstgeschichte zu besitzen!
Vor einigen Jahren fiel eine von mir bemalte & aufgehängte Aludibondplatte aus großer Höhe herunter & riss noch zwei weitere, kleinere Platten mit. Die Platten waren Teil einer Wandinstallation, die ich im Rahmen eines Kunst-am-Bau-Projektes für eine Institution realisiert hatte. Gott sei Dank war niemand in der Nähe. Die Platten waren völlig verbogen, an einigen Stellen war die Farbe abgeplatzt – hätte zu diesem Zeitpunkt eine Person unter der großen Platte gestanden – immerhin ca. 125 x 250 cm – sie hätte dieser Person wohl den Schädel gespalten.
Ich malte auf eigene Kosten komplett neue Platten & ließ die Platten fachgerecht & wieder auf eigene Kosten von einer Firma aufhängen.
Alles falsch gemacht. Ich hätte die verbeulten & verbogenen Platten wieder aufhängen & eine weitere Rechnung schreiben müssen:
„Hey! Der Preis hat sich soeben verdoppelt! Sie sind jetzt Besitzer eines eigenen Stückes der Kunstgeschichte!“ So geht das in Zukunft!
Ich freue mich auf den Besuch von Freunden, Bekannten, Verwandten & Interessierten. Aber am meisten freue ich mich auf das gemeinsame Kochen mit den Kollegen am Samstagabend in der Küche unseres Atelierhauses. Es gibt Pastis, Pasta & italienischen Rotwein.
Tage der Bildenden Kunst im KuBa Kulturzentrum am Eurobahnhof.
Öffnungszeiten:
Samstag, 29. September, 14:00 – 18:00 Uhr
Sonntag, 30. September, 11:00 – 18:00 Uhr
Kommt alle, die Ihr mühselig & beladen seid. Ich will Euch erquicken!
Wie geht es Ihnen heute? Ich hoffe, dass es dir und deiner Familie gut
geht zum Ruhm des allmächtigen Gottes. Mein Name ist Beatrice Morgan
Ich bin 52 Jahre alt. Ich war mit dem verstorbenen Mr. James Morgan
verheiratet, der 11 Jahre lang in der Botschaft der Vereinigten
Staaten in Frankreich arbeitete und auch ein Goldhändler war, bevor er
im Jahr 2013 starb. Meine Liebe vor dem Tod meines verstorbenen
Ehemannes, Er legte die Summe von (€ 7,500.000.00) in der
Auslandsbank. Meine Liebe, ich bin in meinem Herzen göttlich berührt,
um Ihnen meinen Erbschaftsfonds anzubieten, so dass Sie den Fonds für
Wohltätigkeitsarbeit verwenden, um den weniger Privilegien, Waisen und
mutterlosen Kindern zu helfen.
Mein Lieber, ich habe Ihnen diese Nachricht geschrieben, weil ich seit
Jahren an Leberkrebs der Speiseröhre leide und ich habe eine Reihe von
Krebsbehandlungen durchgemacht, aber alles ohne Erfolg. Kürzlich ging
ich zu einer medizinischen Untersuchung und mein Arzt sagte mir
privat, dass ich diese Krebskrankheit für die nächsten 3 Wochen
vielleicht nicht überleben würde, weil der Krebs einen Teil meiner
Leber geschädigt hat. Ich habe beschlossen, Ihnen meinen
Erbschaftsfonds anzubieten, so dass Sie diesen Fonds für wohltätige
Zwecke nutzen, um den weniger Privilegierten, Waisen und mutterlosen
Kindern zu helfen. Mein Lieber, ich habe beschlossen, diesen Fond
Ihnen zu übergeben, damit Sie eine große Wohltätigkeitsarbeit leisten
und den Fond zur Ehre Gottes verteilen, um den weniger Privilegierten
und Waisen zu helfen.
Meine Liebe, ich werde sofort von Ihnen hören, ich werde Ihnen alle
Informationen über diesen Fonds mit den Kontaktdaten der Bank geben,
so dass die Bank den Fonds sofort auf Ihr Konto in Ihrem Land
transferieren wird. Mein Lieber, ich bete, dass der allmächtige Gott
bei dir sein wird, wie du es willst, diese Wohltätigkeitsarbeit zu
tun. Sie sollen mich hier kontaktieren (morgan.beatrice1966@gmail.com)
Im Rahmen der Saarbrücker Innenstadtsanierung in den 1970er Jahren wurde eine Fußgängerzone um den St. Johanner Markt errichtet, die am 01. Mai 1979 eingeweiht wurde. Auf der Grundlage des Gestaltungsrahmenplanes entwarfen Künstler und Architekten der Arbeitsgemeinschaft Fußgängerbereich Saarbrücken (AFS), die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft bildender Künstler e.V. (ABK) enthielt, die technische, gestalterische und künstlerische Detailplanung, in der mehrere Kunstobjekte […] vorgesehen waren.
Eine Baustelle rund um den Stein von Milena Lah aus Zagreb. Ich finde das Vorgehen sowohl der ausführenden Arbeiter als auch der Verantwortlichen Planer respektlos. Man hätte dieses Werk im Vorfeld der Bauarbeiten schützen können.
Die „Große Gaia“ von Matschinsky-Denninghoff am neuen Museumspavillon in Saarbrücken. Leider verstellt durch einen Laternenmast. Ein Fauxpass.
Aber das ist ja auch kein Wunder. Der komplette Museumsneubau ist ein einziger Fauxpas. Ein scheiß langweiliger Fauxpas. Ein scheiß langweiliges Bild kann man übermalen. So was passiert. Aber dieses scheiß langweilige Fauxpas-Museum kann man nicht einfach mal übermalen.
Der Garten meiner Schwiegermutter. Fotografiert mit dem Smartphone. Ich habe keine Idee, wie dieses Foto zu Stande gekommen ist – was mich ehrlich gesagt, nervt. Wenn ich es wüsste, würde ich diese Technik gerne absichtlich & öfter einsetzen.
Der schönste Tag im alten Jahr: Das Hüttendorf am St. Johanner Markt ist abgebaut. Weihnachten kann losgehen. Die vereinzelten Bretter fügen sich harmonisch in das Ensemble ein, zusammengehalten vom Regen. Ich hätte nichts dagegen, blieben sie dauerhaft.
Seit der Eröffnung Mitte November strömen Menschenmassen ins neue Museum. Der Eintritt ist bis zum Ende des Jahres frei. Um die Kunst im Inneren zu sehen, muss man täglich mindestens eine Viertel Stunde in der Schlange stehen. Wenn es dunkel wird, sehe ich von unserem Wohnzimmerfenster aus die Arbeit von Michel Majerus.
Was hier am Boden liegt, ist eine Skulptur von Thomas Wojciechowicz. Vermutlich umgefahren im Zuge der Aufbauarbeiten rund um das Hüttendorf, genannt Christkindlmarkt.
Die Steinskulpturen rund um den St. Johanner Markt werden eigentlich immer mal wieder umgemäht; das ist hier eigentlich nichts besonderes. Routine. Die Skulptur von Heinz Oliberius, bei dem ich einst einge Semester zeichnete, wird pro Jahr mindestens zwei- bis dreimal Opfer unaufmerksamer Wendemanöver.
Anbei ein Artikel von Silvia Buss in der Saarbrücker Zeitung vom 23. Mai 2016. Bitte hier klicken.
Zum zweiten Mal in diesem Jahr wurde ich wieder von Außerirdischen entführt. Nebst weiteren Experimenten wurde ich u. a. wieder mit Licht gefüttert (warum?); dieses Mal konnte ich nach zwei Tagen fliehen. Nach wie vor glaubt mir niemand diese Geschichte. Seltsam: niemand hat mich vermisst!
Weil das KuBa 10 Jahre alt ist & überhaupt zeige ich meinem Atelier 99 kleinere Arbeiten aus den letzten 25 Jahren, jede einzelne ist für 99,- Euro an diesem Wochenende zu erwerben. Und nur an diesem Wochenende. Zeichnungen, kleine Malereien, Ausnahmswaisen, Mischtechniken usw..
Kuratiert hat das Ganze meine Ehefrau & Geliebte Karolina Rohr. Die meisten Arbeiten sind bislang noch nie in einer Ausstellung gezeigt worden.
Tage der Bildenden Kunst im KuBa Kulturzentrum am Eurobahnhof
Öffnungszeiten:
Samstag, 23. September, 14:00 – 18:00 Uhr
Sonntag, 24. September, 11:00 – 18:00 Uhr
Kommt alle, die Ihr mühselig & beladen seid. Ich will Euch erquicken!
Die KuBa-Edition erscheint anlässlich der 10-Jahr-Feier des KuBa & wird gleichzeitig mit dem traditionellen Herbstsalon eröffnet. Zu sehen & zu kaufen sind Drucke, Unikatauflagen, Fotografien, Serigrafien usw..
Herbstsalon 2017
Eröffnung: 15. September 18:00 Uhr
Ausstellung: 15. September bis 6. Oktober
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag, Feiertag 15:00 – 18:00 Uhr
Montags geschlossen
Die Skulptur Projekte Münster 2017. Drei Tage an der nicht immer frischen Luft. Sommer, Sonne, Fahrrad fahren. Viel Zeit damit verbringen, sog. Skulpturen zu suchen. Nicht immer einfach zu finden. Manchmal ist man ein wenig ratlos. Nicht alles erschließt sich allein durch Betrachtung. Konzeptkunst. Man muss die Konzepte lesen. Die Konzepte sind oft das Papier nicht wert. Manchmal aber auch spannender als die Umsetzung.
Übers Wasser bin ich nicht gegangen. Aber ich habe lange da gesessen, am Ufer, & Leute dabei beobachtet, wie sie mit großen, leuchtenden Augen verwundert „über“ das trübe Wasser gingen, eher durch das seichte, knietiefe Wasser wateten, meistens lächelnd, lachend, irgendwie glücklich & sich dabei bewegten, als hätten sie die Fortbewegungsart des Gehens gerade erst für sich entdeckt: etwas unsicher, zögerlich & vor allem aber die eigenen Schritte & die der anderen unentwegt dokumentierend mit dem Handy oder einer Kamera & ab damit, mit dem Foto oder dem Film, hoch ins Netz, in die Cloud.
Den Brunnen von Nicole Eisenmann fand ich lustig. Allerdings war die Wiese rundherum schon zertrampelt & außerdem war er immer umringt von Menschen wie uns. Kunsttouristen halt.
Gregor Schneiders Räume waren überraschend. Allerdings durfte man sie nur einzeln betreten, deswegen stand man eineinhalb Stunden in der Schlange. Und natürlich ist das auch keine Skulptur. Es ist ein Gag. Einmal sehen & verstehen reicht dann auch. Wie die meisten Gags wird die Arbeit durch die Wiederholung wahrscheinlich nicht besser & auch nicht überraschender. Unter anderem dies unterscheidet Gags dieser Art wahrscheinlich auch von Malern wie Vermeer, Velázquez oder auch Munch. Deren Bilder erschöpfen sich nicht in Gags, sie ermüden nicht & werden, je länger ich lebe, immer besser, großartiger, schöner.
Vielleicht werde ich zu einem späteren Zeitpunkt näher darauf eingehen.
Seit Tagen wühle ich in meinen Schubladenschränken im Lager, schichte Papierarbeiten, Skizzenbücher & -blöcke um, sortiere aus, zerreiße & schmeiße weg.
Bewahre. Oder auch nicht.
Beim Durchblättern uralter Skizzenböcke beschleicht mich gelegentlich das Gefühl, als würde ich ich in meinen pubertären Tagebüchern lesen. Wahrscheinlich erröte ich dann. Zeichnungen & Skizzen wie Tagebuchnotizen. Schöne Momente, an die ich mich nicht mehr erinner, peinliche Momente & peinliche Zeichnungen. Auf der Suche nach künstlerischer Idendität, Audruck & Sprache. Oft pathetisch, übersteigert, versehen mit Notaten & Texten. Ein ständiges Ringen. Durchaus ernsthaft & authentisch.
Natürlich werden Erinnerungen wach. Aber ich habe eine Beziehung zu den Zeichnungen verloren. Ein Erinnerungsfaden scheint gerissen. Sie erinnern mich an die für andere scheinbar sinnlosen Gegenstände in einer Wohnung, die aufgelöst wird. Gegenstände, die niemand haben möchte, weil die Geschichten der Gegenstände mit ihren Besitzern verschwunden sind.
So sind auch viele meiner frühen Zeichnungen voller Geschichten, aufgeladen mit Erinnerungen, aber ich erkenne mich darin nicht mehr. Das meiste verschwindet jetzt endgültig im Papiercontainer.
Allerdings machte ich auch ungewöhnliche Entdeckungen. Arbeiten, die ich längst vergessen hatte & zu meiner Freude noch existierten. Skizzen & Notizen, auch Ölbilder – möglicherweise Anknüpfungspunkte für zukünftige Projekte.