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Sind ja nur Steine – Baustelle
Im Rahmen der Saarbrücker Innenstadtsanierung in den 1970er Jahren wurde eine Fußgängerzone um den St. Johanner Markt errichtet, die am 01. Mai 1979 eingeweiht wurde. Auf der Grundlage des Gestaltungsrahmenplanes entwarfen Künstler und Architekten der Arbeitsgemeinschaft Fußgängerbereich Saarbrücken (AFS), die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft bildender Künstler e.V. (ABK) enthielt, die technische, gestalterische und künstlerische Detailplanung, in der mehrere Kunstobjekte […] vorgesehen waren.
Eine Baustelle rund um den Stein von Milena Lah aus Zagreb. Ich finde das Vorgehen sowohl der ausführenden Arbeiter als auch der Verantwortlichen Planer respektlos. Man hätte dieses Werk im Vorfeld der Bauarbeiten schützen können.
Aber wozu? Ist ja nur ein Stein.
Gaia
Die „Große Gaia“ von Matschinsky-Denninghoff am neuen Museumspavillon in Saarbrücken. Leider verstellt durch einen Laternenmast. Ein Fauxpass.
Aber das ist ja auch kein Wunder. Der komplette Museumsneubau ist ein einziger Fauxpas. Ein scheiß langweiliger Fauxpas. Ein scheiß langweiliges Bild kann man übermalen. So was passiert. Aber dieses scheiß langweilige Fauxpas-Museum kann man nicht einfach mal übermalen.
Scheißen!
Kalte Reste
Der schönste Tag im alten Jahr: Das Hüttendorf am St. Johanner Markt ist abgebaut. Weihnachten kann losgehen. Die vereinzelten Bretter fügen sich harmonisch in das Ensemble ein, zusammengehalten vom Regen. Ich hätte nichts dagegen, blieben sie dauerhaft.
Museum
Seit der Eröffnung Mitte November strömen Menschenmassen ins neue Museum. Der Eintritt ist bis zum Ende des Jahres frei. Um die Kunst im Inneren zu sehen, muss man täglich mindestens eine Viertel Stunde in der Schlange stehen. Wenn es dunkel wird, sehe ich von unserem Wohnzimmerfenster aus die Arbeit von Michel Majerus.
Nicht allein
Zwei Tage vor Weihnachten – ich habe sie herbeigesehnt, auf sie gewartet. Meine Freunde in ihren riesigen Raumschiffen.
Die Zeit steht still, ich weiß nicht, wie lange ich am Fenster stand. Draußen mögen es Sekunden gewesen sein, für mich war es eine Ewigkeit.
Außerdem ist das Fenster immer noch dreckig.
Rammbock
Was hier am Boden liegt, ist eine Skulptur von Thomas Wojciechowicz. Vermutlich umgefahren im Zuge der Aufbauarbeiten rund um das Hüttendorf, genannt Christkindlmarkt.
Die Steinskulpturen rund um den St. Johanner Markt werden eigentlich immer mal wieder umgemäht; das ist hier eigentlich nichts besonderes. Routine. Die Skulptur von Heinz Oliberius, bei dem ich einst einge Semester zeichnete, wird pro Jahr mindestens zwei- bis dreimal Opfer unaufmerksamer Wendemanöver.
Anbei ein Artikel von Silvia Buss in der Saarbrücker Zeitung vom 23. Mai 2016. Bitte hier klicken.
Zweites Experiment
Zum zweiten Mal in diesem Jahr wurde ich wieder von Außerirdischen entführt. Nebst weiteren Experimenten wurde ich u. a. wieder mit Licht gefüttert (warum?); dieses Mal konnte ich nach zwei Tagen fliehen. Nach wie vor glaubt mir niemand diese Geschichte. Seltsam: niemand hat mich vermisst!
Wir werden offensichtlich manipuliert.
Licht mit Dreck.
Ich blicke aus meinem Atelierfenster. Wieder Raumschiffe am Himmel.
Holen sie vielleicht Landwirtschaftsminister Christian Schmidt ab? Oder andere Schwachmaten?
Kommendes Wochenende ist schon erster Advent; ich müsste dringend das Fenster putzen.
Rebellion
23. Januar 2014
Saarbücken, Kaiserstaße
Unbekannter Urheber
7. Januar 2015
Zeichnung in einer Druckgrafik, Nantes, Frankreich in einem Hotelzimmer
Unbekannter Urheber
6. Februar 2015
Unterseite eines Stuhls, HBK Saar
Unbekannter Urheber
21. Januar 2017
Saarbrücken, Siemensgebäude
Unbekannter Urheber
15. Juli 2017
Kaiserslautern, Stromkasten
Unbekannter Urheber
12. November 2017
Saarbrücken, Rosenstraße
„Ich habe eine Orange geschält.“
„Jede Penis-Zeichnung ist ein kleiner Akt der Rebellion.“
Tage der Bildenden Kunst
Am kommenden Wochenende finden in Saarbrücken wieder die Tage der Bildenden Kunst statt. Unser Atelierhaus ist wie immer kollektiv dabei.
Weil das KuBa 10 Jahre alt ist & überhaupt zeige ich meinem Atelier 99 kleinere Arbeiten aus den letzten 25 Jahren, jede einzelne ist für 99,- Euro an diesem Wochenende zu erwerben. Und nur an diesem Wochenende. Zeichnungen, kleine Malereien, Ausnahmswaisen, Mischtechniken usw..
Kuratiert hat das Ganze meine Ehefrau & Geliebte Karolina Rohr. Die meisten Arbeiten sind bislang noch nie in einer Ausstellung gezeigt worden.
Tage der Bildenden Kunst im KuBa Kulturzentrum am Eurobahnhof
Öffnungszeiten:
Samstag, 23. September, 14:00 – 18:00 Uhr
Sonntag, 24. September, 11:00 – 18:00 Uhr
Kommt alle, die Ihr mühselig & beladen seid. Ich will Euch erquicken!
10 Jahre KuBa – Edition
Der Raum & die Webseite zur KuBa-Edition 2017.
Die KuBa-Edition erscheint anlässlich der 10-Jahr-Feier des KuBa & wird gleichzeitig mit dem traditionellen Herbstsalon eröffnet. Zu sehen & zu kaufen sind Drucke, Unikatauflagen, Fotografien, Serigrafien usw..
Herbstsalon 2017
Eröffnung: 15. September 18:00 Uhr
Ausstellung: 15. September bis 6. Oktober
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag, Feiertag 15:00 – 18:00 Uhr
Montags geschlossen
Quartier Eurobahnhof
Europaallee 25
66113 Saarbrücken
www.kuba-sb.de
Kommt alle, die Ihr mühselig & beladen seid, ich will Euch erquicken!
Münster
Die Skulptur Projekte Münster 2017. Drei Tage an der nicht immer frischen Luft. Sommer, Sonne, Fahrrad fahren. Viel Zeit damit verbringen, sog. Skulpturen zu suchen. Nicht immer einfach zu finden. Manchmal ist man ein wenig ratlos. Nicht alles erschließt sich allein durch Betrachtung. Konzeptkunst. Man muss die Konzepte lesen. Die Konzepte sind oft das Papier nicht wert. Manchmal aber auch spannender als die Umsetzung.
Übers Wasser bin ich nicht gegangen. Aber ich habe lange da gesessen, am Ufer, & Leute dabei beobachtet, wie sie mit großen, leuchtenden Augen verwundert „über“ das trübe Wasser gingen, eher durch das seichte, knietiefe Wasser wateten, meistens lächelnd, lachend, irgendwie glücklich & sich dabei bewegten, als hätten sie die Fortbewegungsart des Gehens gerade erst für sich entdeckt: etwas unsicher, zögerlich & vor allem aber die eigenen Schritte & die der anderen unentwegt dokumentierend mit dem Handy oder einer Kamera & ab damit, mit dem Foto oder dem Film, hoch ins Netz, in die Cloud.
Den Brunnen von Nicole Eisenmann fand ich lustig. Allerdings war die Wiese rundherum schon zertrampelt & außerdem war er immer umringt von Menschen wie uns. Kunsttouristen halt.
Gregor Schneiders Räume waren überraschend. Allerdings durfte man sie nur einzeln betreten, deswegen stand man eineinhalb Stunden in der Schlange. Und natürlich ist das auch keine Skulptur. Es ist ein Gag. Einmal sehen & verstehen reicht dann auch. Wie die meisten Gags wird die Arbeit durch die Wiederholung wahrscheinlich nicht besser & auch nicht überraschender. Unter anderem dies unterscheidet Gags dieser Art wahrscheinlich auch von Malern wie Vermeer, Velázquez oder auch Munch. Deren Bilder erschöpfen sich nicht in Gags, sie ermüden nicht & werden, je länger ich lebe, immer besser, großartiger, schöner.
Vielleicht werde ich zu einem späteren Zeitpunkt näher darauf eingehen.
Es war trotzdem schön.
Relikte
Seit Tagen wühle ich in meinen Schubladenschränken im Lager, schichte Papierarbeiten, Skizzenbücher & -blöcke um, sortiere aus, zerreiße & schmeiße weg.
Bewahre. Oder auch nicht.
Beim Durchblättern uralter Skizzenböcke beschleicht mich gelegentlich das Gefühl, als würde ich ich in meinen pubertären Tagebüchern lesen. Wahrscheinlich erröte ich dann. Zeichnungen & Skizzen wie Tagebuchnotizen. Schöne Momente, an die ich mich nicht mehr erinner, peinliche Momente & peinliche Zeichnungen. Auf der Suche nach künstlerischer Idendität, Audruck & Sprache. Oft pathetisch, übersteigert, versehen mit Notaten & Texten. Ein ständiges Ringen. Durchaus ernsthaft & authentisch.
Natürlich werden Erinnerungen wach. Aber ich habe eine Beziehung zu den Zeichnungen verloren. Ein Erinnerungsfaden scheint gerissen. Sie erinnern mich an die für andere scheinbar sinnlosen Gegenstände in einer Wohnung, die aufgelöst wird. Gegenstände, die niemand haben möchte, weil die Geschichten der Gegenstände mit ihren Besitzern verschwunden sind.
So sind auch viele meiner frühen Zeichnungen voller Geschichten, aufgeladen mit Erinnerungen, aber ich erkenne mich darin nicht mehr. Das meiste verschwindet jetzt endgültig im Papiercontainer.
Allerdings machte ich auch ungewöhnliche Entdeckungen. Arbeiten, die ich längst vergessen hatte & zu meiner Freude noch existierten. Skizzen & Notizen, auch Ölbilder – möglicherweise Anknüpfungspunkte für zukünftige Projekte.
Es geht weiter.
Experiment
Außerirdische haben mich entführt & versucht, mich nebst anderen, teils unangenehmen Experimenten drei Tage mit Licht zu ernähren. Ich habe es überlebt.
Während eines unbeobachteten Augenblicks konnte ich – kurz vor meiner Freilassung – mit meinem Smartphone (seltsamerweise haben sie es mir nicht abgenommen) dieses Foto machen.
Niemand glaubt mir.
Am Atelierhimmel
Raumschiffe. Immer wieder Raumschiffe. Außer mir scheint sie niemand anders zu sehen. Unheimlich. Bin ich etwa auserwählt?
Ausflug
Ich verabscheue die Kälte, ich mag keinen Schnee. Und dann, unweigerlich, als wäre es unvermeidbar: der erste Spaziergang im neuen Jahr. Aufs Land, in die Kälte, in den Schnee. Man muss sich bewegen, den Alkohol & das schwere Essen von Silvester abbauen. Das alte Jahr endgültig abschütteln, wie eine zu eng gewordenen Haut, abstreifen & alles von vorne beginnen, neu anzufangen. Die Spaziergangskonvention an Neujahr. Wie an jedem Neujahrstag. Das war schon immer so. Egal bei welchem Wetter.
Kindheitserinnerungen.
Trotzdem gefiel mir dieser Spaziergang in der Kälte, mir gefiel die winterliche Stille. Eine Welt ohne Geräusche. Bis auf die knirschenden Schritte auf dem gefrorenem Boden & das Geräusch des eigenen Atems hörte man fast nichts. Selten mal ein Knacken im Gebüsch; ein oder zwei Krähen kreischten irgendwo. Möglicherweise Einbildung. Dazu der Nebel, der die Welt so klein machte. Nirgendwo ein Horizont. Und da, wo der Nebel alles verschluckte, hätte die Ewigkeit beginnen können. Oder irgendein Nichts.
Auch in meinem Kopf breitete sich die Stille aus. Wattestille.
Nur wenn ich an meine ungemalten Bilder dachte, machten sich Geräusche breit; die Bilder in meinem Kopf waren so laut wie immer.
Das war schön.
Draußen
Wieder dieses fantastische Licht draußen. Und wieder schweben große Raumschiffe am Himmel auf unser Atelierhaus zu. Drei Stück dieses Mal. Ich glaube, sie kommen wegen mir; sie beobachten mich. Demut erfasst mich. Ich habe keine Angst, bin erfüllt von einem großen Vertrauen & großer Neugierde. Wärme durchströmt meinen ganzen Körper. Ich bin die Wärme, ich bin Energie!
Niemand glaubt mir.
Melancholie
Sowohl Lars von Triers Film als auch Dürers berühmten Kupferstich stehen in unmittelbarem Zusammenhang.
Nachtrag zum Kupferstich: Ein Beitrag des DLFs.












































































