Seit Tagen wühle ich in meinen Schubladenschränken im Lager, schichte Papierarbeiten, Skizzenbücher & -blöcke um, sortiere aus, zerreiße & schmeiße weg.

Bewahre. Oder auch nicht.

Beim Durchblättern uralter Skizzenböcke beschleicht mich gelegentlich das Gefühl, als würde ich ich in meinen pubertären Tagebüchern lesen. Wahrscheinlich erröte ich dann. Zeichnungen & Skizzen wie Tagebuchnotizen. Schöne Momente, an die ich mich nicht mehr erinner, peinliche Momente & peinliche Zeichnungen. Auf der Suche nach künstlerischer Idendität, Audruck & Sprache. Oft pathetisch, übersteigert, versehen mit Notaten & Texten. Ein ständiges Ringen. Durchaus ernsthaft & authentisch.

Natürlich werden Erinnerungen wach. Aber ich habe eine Beziehung zu den Zeichnungen verloren. Ein Erinnerungsfaden scheint gerissen. Sie erinnern mich an die für andere scheinbar sinnlosen Gegenstände in einer Wohnung, die aufgelöst wird. Gegenstände, die niemand haben möchte, weil die Geschichten der Gegenstände mit ihren Besitzern verschwunden sind.

So sind auch viele meiner frühen Zeichnungen voller Geschichten, aufgeladen mit Erinnerungen, aber ich erkenne mich darin nicht mehr. Das meiste verschwindet jetzt endgültig im Papiercontainer.

Allerdings machte ich auch ungewöhnliche Entdeckungen. Arbeiten, die ich längst vergessen hatte & zu meiner Freude noch existierten. Skizzen & Notizen, auch Ölbilder – möglicherweise Anknüpfungspunkte für zukünftige Projekte.

Es geht weiter.