Ohne Titel, 2009
Bleistift, Öl auf Papier, 29,7 x 42 cm
Ohne Titel, 2009
Bleistift, Öl auf Papier, 29,7 x 42 cm
Außerdem: habe ich eine alte Leinwand mit Schleifklotz & Schmirgelpapier bearbeitet. Danach mit einer Mischung aus Titanweiß, Lein- & Terpentinöl sowie Dammar überpinselt.
Zwei Anläufe, dem so vorbereiteten Malgrund jeweils ein Bild zu entlocken, scheiterten.
Wahrscheinlich das falsche Motiv. Wahrscheinlich gar keins. Egal. Als hätte ich nie gemalt.
Leider habe ich keine Katze.
Ohne Titel, 2009
Bleistift, Radiergummi auf Papier, 21 x 29,7 cm
Schon einmal verschwanden die Personen, Figuren, Wesen aus meinen Bildern. Ich wurde sozusagen Zeuge, Beobachter einer Auflösung. Zurück blieben Fragmente, Chiffren oder auch Zitate der Figur in einem Farbnebelraum.
Ein paar Jahre später tauchten sie wieder auf. In letzter Zeit hat sich der Farbnebelraum gelichtet. Aber auch die Figuren lichten sich manchmal (sowie in der Zeichnung da oben) – oder auch nicht.
Wer weiß schon, ob sie gerade kommen oder gehen?
Ehrlich gesagt hoffe ich, sie blieben. Gelegentliche Ausflüge und kurze Spaziergänge in unbekanntes Terrain nicht ausgeschlossen.
Zurzeit zerreibe ich mich gerade zwischen vielen Fronten: den Selbstbestimmten & den vermeintlich Fremdbestimmten. Auch eine Form von Auflösung. Während ich zeichne oder male, versuche ich, diesen Auflösungsprozess aufzuhalten.
Was bedeutet es eigentlich, perfekter Künstler zu sein? Sind die Stifte immer gespitzt, der Pinsel immer sauber, die Palette immer gereinigt?
Darf ein perfekter Künstler scheitern?
Vor unserem Haus steht ein Nachbau der Grotte aus Lourdes. Bis heute konnte ich nicht in Erfahrung bringen, wer sie gebaut hat, aber sie ist außerordentlich abstoßend & hässlich. Eine Mischung aus Gelsenkircher Barock & Tropfsteinhöhlenromantik.
Brachial & aggressiv in ihrer Ästhetik – das Gegenteil von einem Ort der Besinnung & Kontemplation. Hier schlägt gut gemeinte Volksfrömmigkeit um in Blasphemie.
Gescheitert.
Gelegentlich verirrt sich auch mal der ein oder andere Konzept-Projekt-Künstler-Kollege nach Ensheim.
Beim Anblick der Grotte geraten alle in Verzückung: „Daraus könnte man doch mal ein Projekt machen!“
Unter anderem in diesem Punkt unterscheide ich mich von einem Konzept-Künstler.