armin rohr
Friedel

Ohne Titel („Friedel Läpple“), 2018
Acryl, Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm
Stiftung Demokratie Saarland
Sind ja nur Steine – Baustelle
Im Rahmen der Saarbrücker Innenstadtsanierung in den 1970er Jahren wurde eine Fußgängerzone um den St. Johanner Markt errichtet, die am 01. Mai 1979 eingeweiht wurde. Auf der Grundlage des Gestaltungsrahmenplanes entwarfen Künstler und Architekten der Arbeitsgemeinschaft Fußgängerbereich Saarbrücken (AFS), die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft bildender Künstler e.V. (ABK) enthielt, die technische, gestalterische und künstlerische Detailplanung, in der mehrere Kunstobjekte […] vorgesehen waren.
Eine Baustelle rund um den Stein von Milena Lah aus Zagreb. Ich finde das Vorgehen sowohl der ausführenden Arbeiter als auch der Verantwortlichen Planer respektlos. Man hätte dieses Werk im Vorfeld der Bauarbeiten schützen können.
Aber wozu? Ist ja nur ein Stein.
Gaia
Die „Große Gaia“ von Matschinsky-Denninghoff am neuen Museumspavillon in Saarbrücken. Leider verstellt durch einen Laternenmast. Ein Fauxpass.
Aber das ist ja auch kein Wunder. Der komplette Museumsneubau ist ein einziger Fauxpas. Ein scheiß langweiliger Fauxpas. Ein scheiß langweiliges Bild kann man übermalen. So was passiert. Aber dieses scheiß langweilige Fauxpas-Museum kann man nicht einfach mal übermalen.
Scheißen!
Volker Sieben ist tot
Vor einigen Tagen, am 8. März, starb in Berlin mein Malerkollege Volker Sieben. Er fehlt mir schon jetzt.
Anbei ein Nachruf aus der Saarbrücker Zeitung.
Brot verdienen
Ohne Titel, 2018
Aquarell auf Aquarellpapier, 30 x 40 cm
Privatbesitz
Auftragsporträts sind meistens eine willkommene Abwechslung. Außerdem eine Herausforderung. Nicht immer funktioniert alles reibungslos. Außerdem wollen sich die Menschen in all ihrer Schönheit wiedererkennen. Die Spielräume sind oft nicht sehr groß, bestimmte Vorgaben müssen erfüllt werden. Technik, Material, Größe, außerdem male ich meistens nach Fotos. Je nach Etat schieße ich die Aufnahmen selbst. Oder ich muss mich mit den Aufnahmen des Auftraggebers herumschlagen – in diesem Fall passte alles. Außerdem ging es mir leicht von der Hand.
Mit Hoodie & Fieber
Ohne Titel („Sick“), 2017
Öl auf Aludibond, ca. 40 x 30 cm
Das letzte Bild im alten Jahr. Ein Selbstporträt mit Grippe & Hoodie für ein Projekt eines Künstlerkollegen in Hamburg.
Analogie & Korrelation
Ausschnitt aus der Arbeit „Liebt Euch 1“, 1999, von Michel Majerus
© Estate Michel Majerus 2017
Ausschnitt aus der Arbeit „Spacemanship“, 2017, von Pae White
Beide Arbeiten sind derzeit zu sehen im neu eröffneten Saarlandmuseum. Witzig auch, dass beide Künstler in ihren Arbeiten u. a. den Geist der 68er zitieren (Pae White in ihrer Tapisserie im ersten Raum des neuen Pavillons): u. a. Drogen & Drogenkonsum (aber warum?). Auf der Tapisserie sind Magic Mushrooms nebst Cannabispflanzen zu sehen.
Psychedelisch.
Kalte Reste
Der schönste Tag im alten Jahr: Das Hüttendorf am St. Johanner Markt ist abgebaut. Weihnachten kann losgehen. Die vereinzelten Bretter fügen sich harmonisch in das Ensemble ein, zusammengehalten vom Regen. Ich hätte nichts dagegen, blieben sie dauerhaft.
Museum
Seit der Eröffnung Mitte November strömen Menschenmassen ins neue Museum. Der Eintritt ist bis zum Ende des Jahres frei. Um die Kunst im Inneren zu sehen, muss man täglich mindestens eine Viertel Stunde in der Schlange stehen. Wenn es dunkel wird, sehe ich von unserem Wohnzimmerfenster aus die Arbeit von Michel Majerus.
Nicht allein
Zwei Tage vor Weihnachten – ich habe sie herbeigesehnt, auf sie gewartet. Meine Freunde in ihren riesigen Raumschiffen.
Die Zeit steht still, ich weiß nicht, wie lange ich am Fenster stand. Draußen mögen es Sekunden gewesen sein, für mich war es eine Ewigkeit.
Außerdem ist das Fenster immer noch dreckig.
Rammbock
Was hier am Boden liegt, ist eine Skulptur von Thomas Wojciechowicz. Vermutlich umgefahren im Zuge der Aufbauarbeiten rund um das Hüttendorf, genannt Christkindlmarkt.
Die Steinskulpturen rund um den St. Johanner Markt werden eigentlich immer mal wieder umgemäht; das ist hier eigentlich nichts besonderes. Routine. Die Skulptur von Heinz Oliberius, bei dem ich einst einge Semester zeichnete, wird pro Jahr mindestens zwei- bis dreimal Opfer unaufmerksamer Wendemanöver.
Anbei ein Artikel von Silvia Buss in der Saarbrücker Zeitung vom 23. Mai 2016. Bitte hier klicken.
Zweites Experiment
Zum zweiten Mal in diesem Jahr wurde ich wieder von Außerirdischen entführt. Nebst weiteren Experimenten wurde ich u. a. wieder mit Licht gefüttert (warum?); dieses Mal konnte ich nach zwei Tagen fliehen. Nach wie vor glaubt mir niemand diese Geschichte. Seltsam: niemand hat mich vermisst!
Wir werden offensichtlich manipuliert.
Licht mit Dreck.
Ich blicke aus meinem Atelierfenster. Wieder Raumschiffe am Himmel.
Holen sie vielleicht Landwirtschaftsminister Christian Schmidt ab? Oder andere Schwachmaten?
Kommendes Wochenende ist schon erster Advent; ich müsste dringend das Fenster putzen.
























































