
Gestern war Tag der Bildenden Kunst in Saarbrücken.
Bildende Kunst. Hat was mit Bildung zu tun. Was meistens vergessen wird.

Gestern war Tag der Bildenden Kunst in Saarbrücken.
Bildende Kunst. Hat was mit Bildung zu tun. Was meistens vergessen wird.
Sitution an der Baustelle des vierten Pavillons am 23. September.
Doc Melchers Kräne – Blick von der Bismarckstraße Richtung ca. Südwesten. Und Leo Kornbrusts Stele.

Ohne Titel, 2010
Bleistift, Skizzenbuch (Ausschnitt), ca. 25 x 38 cm (geöffnet)

Ohne Titel, 2010
Bleistift, Skizzenbuch (Ausschnitt), ca. 25 x 38 cm (geöffnet)

Ohne Titel, 2010
Bleistift, Skizzenbuch (Ausschnitt), ca. 25 x 38 cm (geöffnet)
Ob nun Popcorn oder auch nicht: Ich stehe total auf Cate Blanchett.
Vor vielen Jahren – die digitale Fotografie war noch nicht erfunden, Computer gab es nur in Science Fiction Filmen – besaß ich eine Spiegelreflexkamera. Ich fotografierte in Schwarz/weiß, entwickelte meine Filme und Bilder in der Dunkelkammer. Das entwickelte Negativ war Ausgangsmaterial, um in der Dunkelkammer mit verschiedenen Techniken weiter zu experimentieren (Ich erwähnte es bereits).
Irgendwann konzentrierte ich mich dann mehr auf meine Malerei. Malerei ist ein zähes Geschäft und braucht viel Zeit und Aufmerksamkeit.
Die Fotografie rückte ein wenig in den Hintergrund und war lange Jahre ein Nebenschauplatz. Immer noch analog, diente sie eher zu dokumentarischen Zwecken – zum Beispiel im Urlaub. Oder während einer Familienfeier. Mal mehr, mal weniger. Meistens Diafilme.
Mit dem Aufkommen der digitalen Fotografie die Kamera begann ich wieder mehr zu fotografieren. Eigentlich absichtslos. Oft spontan und aus der Bewegung heraus.
Ich bin Beobachter oder Chronist. Je nach dem. Oder beides.
Menschen und Räume natürlich. Landschaft, Architektur. Strukturen. Bewegungen. Stillstand. Aus Vorgängen werden Zustände.
Und Licht natürlich. Ohne Licht geht (fast) nichts.
Manchmal ersetzt die Kamera das Skizzenbuch und den Bleistift. Manchmal ersetzt sie den Notizblock. So quasi als Gedankenstütze. Im Gegensatz zu früher experimentiere ich mehr mit der Kamera. Manche Bilder sind das Ergebnis von Serien. Andere Bilder überraschen mich.
Momentan besitze ich eine kleine Lumix und eine Nikon. Die Ergebnisse sind mit beiden Kameras sehr unterschiedlich. Es ist schwierig, gegen die Technik zu arbeiten und sie zu überlisten.
Die in der Ausstellung im Museum St. Wendel gezeigten Bilder sind nicht am Rechner nachbearbeitet.
Fotos nutzte ich in den letzten Jahren immer häufiger für meine Malerei. Ich fand sie in Zeitungen oder im Internet – oder ich nutzte eigene Fotos von Freunden oder der Familie. Sie waren Rohstoff für meine „Bildcollagen“.
Ich löste Personen, Tiere und Gegenstände aus ihren Zusammenhängen heraus und ordnete sie neu auf der Leinwand. Es entstanden andere Zusammenhänge und Beziehungen – neue Geschichten – den Hintergrund bildeten Farbräume und Farbnebel.
Prinzip Collage.
Aber auf die Dauer war das sehr mühsam. Ich wollte einfach keine Geschichten mehr erfinden. Geschichten erzählen sich ja fast von selbst. Auch ich bin ja Teil einer Geschichte, ohne dass ich all zu viel Einfluss auf das Drehbuch & die Ereignisse habe.
2008 begann ich mich mehr für einzelne Personen zu interessieren. In ihrem Raum. In ihrem Umfeld. Ich wollte an den Kern der Geschichte. An den Kern meiner Geschichte.
Die Figur im Raum. Ein durchaus tragfähiges Konzept.
Vorlagen finde ich nach wie vor überall. Den größten Anteil aber bilden nach wie vor die Fotos aus meinem Nähkästchen, Freunden oder Ereignissen, die ich selbst geschossen habe.
Spaziergänge sind zum Beispiel sehr ergiebig. Oder Familienfeiern. Manchmal schickt mir jemand ein Foto.
Es geht nicht immer um Ähnlichkeit. Im Gegenteil. Oft lege ich das Foto während des Arbeitens zur Seite. Es reicht eine Andeutung. Ein Schemen. Gleichsam ein heller Schatten.
Geisterhafte Gestalten.
Wenn sich die Ähnlichkeit einstellt, heiße ich sie herzlich willkommen. Sie darf bleiben.
So entstanden in den letzten zwei Jahren Skizzen, Bilder, Zeichnungen, Aquarelle und Mischtechniken zum Thema Mensch und Raum. Ein Netzwerk von Bildern, die ich versuchte, in den beiden großen Ausstellungsräumen des St. Wendeler Stadtmuseums, zu inszenieren. Eine große Rauminstallation von Zeichnungen, Bildern. Ähnliches & Gegensätzliches – vergleichbar mit einer Partitur. Wie die Noten auf den Notenlinien sind die Arbeiten an den Wänden verteilt. Es gibt Verdichtungen und offene Räume, Rhythmenwechsel, unterschiedliche Klänge und eine Unzahl von überraschenden Beziehungen und Verweisen …
Von Menschen und Räumen
Läuft noch bis zum 7. November.
Stadtmuseum St. Wendel
Di, Mi und Fr 10:00 – 13:00 und 14:00 – 16.30 Uhr;
Do 10:00 – 13:00 und 14:00 – 18:00 Uhr;
Sa 14:00 – 16.30 Uhr;
So (und an Feiertagen) 14:00 – 18:00 Uhr.
Am 7. Oktober, 17:00 Uhr: Werkgespräch
Ohne Titel, 2010
Bleistift, Skizzenbuch (Ausschnitt), ca. 25 x 38 cm (geöffnet)
Burnout – die Kollegen aus der Hafenstraße hatten heute offene Türen.
Am Freitag, dem 17. September, wird um 19.30 Uhr im Stadtmuseum St. Wendel die Ausstellung
Armin Rohr – Von Menschen und Räumen
eröffnet.
In den vergangenen fünfzehn Jahren wurde die aktuelle Frage, wer wir sind, was uns heute auszeichnet und wie wir uns verhalten, vor allem in der Malerei thematisiert. Bruchstücke aus YouTube-Filmen, Fernsehkrimis oder den Nachrichtensendungen bestimmen unbewusst unseren Blick auf die Welt. Was nehmen wir eigentlich von unserer Umgebung wahr? Die Maler reflektieren diese optische Zersplitterung unserer Sinneseindrücke und benutzen bildnerische Elemente, die wir z. B. auch aus der Video- und Installationskunst kennen. Das Besondere aber ist hierbei, dass es sich immer noch um Originale handelt. Das Bild ist als Gegenstand real, es steht zur Verfügung, wann immer wir es auch betrachten wollen. Malerei ist keine Reproduktion der Wirklichkeit, sondern deren Interpretation in einem bestimmten, zeitlich begrenzten Kontext. Vielleicht ist dies heute die wichtigste Funktion der Malerei: das sichtbar machen der „Schnittstelle“ zwischen Bild und Wirklichkeit.
Auch der Maler Armin Rohr betreibt diese visuelle Forschungsarbeit. Seine sichere Hand zaubert Silhouetten, bloße Andeutungen – wie Erinnerungen – von Menschen und Räumen, Erlebnissen und Situationen auf Papier oder Leinwand. Bisweilen bleiben nur Umrisse und geisterhafte Schemen, als ob die Figur nach dem Malen wieder vom Papier abgeschöpft wurde. Aber die Präsenz bleibt spürbar – auf den Punkt gebracht, und sofort wieder in Frage gestellt – ein flüchtiger Eindruck, wie in einem Traum oder Film. Die besondere Präsentation der St. Wendeler Ausstellung „Von Menschen und Räumen“ verstärkt diesen bruchstückhaften, filmischen Eindruck noch.
Spannend ist es auch, dass in der Ausstellung den über zweihundert Bildern etwa fünfzig Fotos gegenübergestellt werden. Armin Rohr fotografiert viel und gerne ungewöhnliche Themen – Licht, Nacht, Nebel – aber auch in den „gewöhnlicheren“, wie Porträts, Architektur oder Landschaft spielt die Zeit, und die Bewegung als Darstellung der Zeit, eine große Rolle. Diese Fotos sind mehr als bloß Gedankensammlungen oder Skizzen. Sie bilden vielmehr eine wichtige Arbeitsgruppe im Gesamtoeuvre des Künstlers, und sind deshalb für ein umfassendes Verständnis seiner Bildfindung notwendig – und trotzdem überraschend eigenständig.
Kommt alle, die Ihr mühselig & beladen seid. Ich will Euch erquicken!
08:09:00 Uhr
Doc Melchers Kräne arbeiten.
Am 17. September ist Eröffnung. „Von Menschen und Räumen“.
Kommt alle, die Ihr mühselig & beladen seid. Ich will Euch erquicken!
Ohne Titel, 2010
Bleistift, Skizzenbuch, ca. 25 x 19 cm
Gestern auf der Intensivstation:
Die Lungenbeatmungsmaschine oder so am Nachbarbett zeichnete zusammen mit der Atmung eines Patienten wunderschöne Kurven auf einen Bildschirm. Ständig musste ich auf diesen Bildschirm gucken. Und zum ersten Mal die Erkenntnis: Jeder Atemzug ist einmalig! Einmalig tief, einmalig lang … kein Atemzug gleicht dem anderen. Selbst die Pausen zwischen zwei Atemzügen: immer unterschiedlich lang. Oder kurz. Es gibt keine Regelmäßigkeit. Keine Wiederholungen. Jede Kurve, jeder Gipfel, jedes Tal ist einzigartig!
Regelmäßigkeit ist eine unglaubliche Erfindung. Regelmäßigkeit ist was völlig Abstraktes. Ist in der Natur überhaupt nicht vorgesehen. Bestenfalls Annäherungen an Regelmäßigkeiten. Wir versuchen unser Leben, Regelmäßigkeiten zu unterwerfen & dabei vergessen wir, dass wir allein von den Abweichungen der Regel bestimmt werden. Das Straucheln, Stolpern, das aus-der-Bahn-geworfen-werden …
Jeder Augenblick ist einzigartig.
Genießt ihn!
28.08. bis 26.09.2010
Fr, 27. August 2010, 19:00 Uhr:
Eröffnung der Ausstellung
mit einer Performance von Patrycia German
Ein spannendes Projekt in ungewöhnlichen Räumen, kuratiert von Alexander Minor und Johannes Lotz.
Zum Thema „Erfolg“ gäbe es sicherlich noch viel mehr zu sagen.
Christoph Schlingensief ist tot.
Nachtrag vom 23. 08. 2010:
Gesammelte Artikel in der Feuilleton-Schau bei Perlentaucher:
„Christoph hatte mindestens 11 Dimensionen“
Henri Rohr/Armin Rohr
Ohne Titel, 2010
Kreide, Bleistift auf Papier, 21 x 29,7 cm
Die Bleistiftzeichnung ist von Henri, der Rest von mir.
Ich erwähnte es bereits: Zusammenarbeit mit Kindern. Ist immer gut erfolgreich.
Collaborations
Acht von zehn Arbeiten für eine Ausstellung irgendwo irgendwann.
Je Ohne Titel (zu: „Macht & Machtraum“), 2010
Bleistift, Öl auf Papier, 42 x 59,4/59,4 x 42 cm
Angeblich seit Monaten geplant: Eine Gruppenausstellung irgendwo in Shanghai. Irgendwann im Herbst. Planung als Prozess mit sich ständig veränderten & veränderbaren Parametern.
Jetzt fahre ich aber zuerst mal nach Irland. Ich war noch nie in Irland. Das Wetter hier erscheint mir momentan ein bisschen wie eine Übung für den Ernstfall. Es ist kalt & es regnet. Wie in Irland. Aber das ist ja nur eines von vielen Klischees.
Kein Klischee ist die Tatsache, dass in Irland Künstler keine Steuern zahlen müssen. Wenn der größte Teil der irischen Künstler allerdings dort genau so wenig Umsatz macht wie die Künstler hier in Deutschland, entgeht dem irischen Staat ohnehin nicht viel Geld. Im Gegenteil.
Aquarellfarben nehme ich trotzdem mit. Vor allem Grün.
In den nächsten 14 Tagen wird es relativ ruhig hier.
Ich weiß nicht, ob es Internet gibt, da in Irland.