Ohne Titel („Gegenlicht“), 2005
Aquarell auf Aquarellpapier, 48 x 36 cm

 

Heute fiel mir dieses Erklärblatt aus dem Jahr 2005 in die Hände, entstanden während eines Pleinair-Zeichenkurses im Sommer. Ich kann mich noch sehr gut an das gleißende Licht erinnern. Wir zeichneten in einem Garten am Waldrand; ich saß im Schatten & aquarellierte gegen das Licht. Im flimmernden Licht der Mittagssonne gab es nur Hell-Dunkel-Konraste, es waren keine Farben zu erkennen. Lag nahe, nur Schwarz zu verwenden.

Wie so häufig fehlte in den Bildern der Kursteilnehmer*innen anfangs  der Mut, diese Kontraste zu erkennen & zu zeigen. Die ersten Zeichnungen waren flau, ohne Sonne, ohne Hitze, ohne Licht, ohne Tiefe. Viele Farben ohne Kraft. Der Himmel war ohne ein einziges Wölkchen, während lustigerweise auf einigen Bättern Wolkenhimmel zu sehen war. Macht der Gewohnheit, Wölkchenhimmelkonvention? „Soll ich den Himmel wirklich monoton blau machen? Ist das nicht zu langweilig?“

Es ist nicht einfach, gegen die Bilder im Kopf anzuzeichnen & das vermeintliche Wissen zu vergessen, Gewohnheiten zu hinterfragen & das Wesentliche zu erkennen.